OEKO-TEX®_ Kick-off AMD

Georg Dieners als Generalsekretär von OEKO-TEX verkörpert nicht nur Nachhaltigkeit – er lebt sie auch. Er setzt sich im Rahmen der Kooperation mit der Akademie Mode & Design Düsseldorf für ein nachhaltiges Bewusstsein in der Modebranche ein.

Interview: Sina Dauernheim, Cherin El-Masri

Herr Dieners, woher stammt Ihr Hemd?

Das ist von einem sehr bekannten Bekleidungsunternehmen mit Sitz in Mönchengladbach. Die haben zwar bisher keine direkte Verbindung  mit OEKO-TEX, produzieren aber dennoch ökologisch, nachhaltig und qualitativ hochwertig. Und außerdem passen mir die Hemden gut!

Also ist Ökologie für Sie auch privat ein großes Thema?

Ja, absolut. Da ich selbst „vom Fach“ komme, ist es für mich sehr wichtig auch privat darauf zu achten, nachhaltige produzierte Bekleidung zu tragen.

Da Sie gerade davon sprechen: Oft wird kritisiert, dass der Verbraucher nicht weiß, ob wirklich „öko“ drin ist, wo es drauf steht. Was hebt Sie von anderen Labels ab?

Das ist eine sehr gute Frage, die ich gerne etwas anders beantworten möchte. Was bedeutet denn Nachhaltigkeit? Für uns, OEKO-TEX®  bedeutet es, mit unseren vorhandenen Ressourcen schonend umzugehen, denn diese sind nicht unendlich. Für andere Verbraucher bedeutet Nachhaltigkeit vielleicht nur gerechte Entlohnung oder keine Kinderarbeit. Bei OEKO-TEX®  sind aber alle Segmente wichtig und wir konzentrieren uns deshalb nicht nur auf eine Facette, sondern engagieren uns ganzheitlich für Nachhaltigkeit. Ich glaube, dass wir dem Verbraucher so eine ehrliche und transparente Aussage geben können und dass uns dies von anderen Standards abhebt. Wir überlegen uns zum Beispiel nicht nur: „Wie geht es dem Bauern auf dem Feld?“, sondern auch „Wie geht es danach weiter? Was passiert in der Verarbeitung, beim Spinnen, Weben und in der Färberei?“. Denn vielleicht ist der Anbau eines Produktes biologisch oder nachhaltig, doch der Weg bis auf den Kleiderständer sicherlich nicht. Wir versuchen überall dort nachhaltig zu sein, wo es möglich ist.

Wir haben uns auf verschiedenen Online-Plattformen recherchiert, wo das OEKO-TEX Siegel überall auftaucht. Leider haben wir eine sehr überschaubare Anzahl an Ergebnissen gefunden. Woran liegt das?


Generell sind mit OEKO-TEX® zertifizierte Unternehmen nicht verpflichtet, dies öffentlich mitzuteilen. Die Entscheidung liegt einzig und allein bei den Brands und Labels selbst, ob Nachhaltigkeit Teil ihres Images ist oder nicht. Dennoch sind einige in unserem „Buying Guide“ wiederzufinden. Denn um diese Auflistung abzulehnen, müssen sie ein extra Kreuzchen machen. (Lachend)

Wünschen Sie sich, dass Nachhaltigkeit ein besseres Image in der Gesellschaft hat?

Mein Traum ist es, dass Nachhaltigkeit zur Normalität wird. Es fängt bei jedem von uns an. Direkt mit dem tagtäglichen Aufstehen und den Entscheidungen die wir treffen. Wünschenswert wäre es, wenn junge Generationen wie ihre und ältere wie meine Nachhaltigkeit und ihren Wert bzw. Notwendigkeit verstehen. Unsere Ressourcen sind endlich, weshalb wir Rücksicht auf spätere Generationen nehmen müssen.

Was erhoffen Sie sich von der Kooperation mit der AMD Düsseldorf?

Vor allem ganz viel Spaß! Gekoppelt mit Forschung und Lehre, da ich selbst gerne auf meine Zeit als Student zurückdenke. Es ist toll, euch Materialien aus nachhaltiger Produktion zur Verfügung stellen zu können, aus denen ihr kreative Dinge entwickelt.
 Zum anderen ist es aber auch meine Liebe zum Wettbewerb. Ihr könnt bei dieser Kooperation euer Talent beweisen und am Ende sogar etwas gewinnen. Für uns bei OEKO-TEX®  ist es wichtig, zu zeigen was mit nachhhaltig produziertem Material möglich ist und das Nachhaltigkeit nicht bedeutet das es nicht tragbar oder gar unmodisch ist. Ich freue mich ganz besonders auf die Ergebnisse.

 

 

 

 

OEKO-TEX®_ Kick-off AMD

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