Wohin mit meinem Handy, wenn ich es nicht mehr brauche?

60.000.000. Das ist die Zahl der Handys, die pro Jahr entsorgt werden. Und das allein in Deutschland. Das liegt zum größten Teil an der kurzen Lebensdauer eines Smartphones. Es werden von den Anbietern in immer kürzeren Zyklen immer bessere Handys angeboten. Das verleitet zum Kauf. Denn wer will schon ein Modell haben, auf dem keine einzige App mehr funktioniert oder das einfach nicht mehr modern aussieht?

Aus diesen Gründen werden in Deutschland jährlich mehr als 35 Millionen neue Geräte gekauft. Doch nach etwas über einem Jahr bereits durch wiederum ein neueres Modell ersetzt, obwohl das alte noch funktioniert.

Doch was passiert eigentlich mit den alten Handys? Die meisten landen zunächst in Schubladen, Kellern oder Speichern. Schätzungsweise 106 Millionen Altgeräte lagern zurzeit dort. Das sind 24% mehr als im Vorjahr. Irgendwann werden auch diese verstaubten Handys endgültig entsorgt, wenn man sie einmal wiedergefunden hat. Aber wohin mit den Handys?

Um einen ersten Einblick zu geben, wie wir mit unseren Abfällen umgehen, bin ich auf die Straßen gegangen und habe vor allem junge Passanten folgendes gefragt:
„In welchen Müll würdest du dein altes Handy entsorgen und wüsstest du, was dann damit geschieht?“


1. Matthis, 23, Student:
„Wenn es unbedingt im Müll landen müsste, dann in den Restmüll und vorher alle Daten löschen. Was dann damit passiert weiß ich nicht (lacht). Denke es wird verbrannt wie der andere Restmüll auch.“

2. Nick, 10 Jahre, Schüler:
„Ich würde es in die schwarze Tonne werfen, aber weiß nicht was dann passiert.“

3. Tomke, 17 Jahre, Schülerin:
„Oh Gott, keine Ahnung, ich weiß nicht ob ich es wegwerfen würde, weil mein altes Handy hab ich zum Beispiel immer noch. Ich glaube, ich würde mich dann im Internet irgendwie schlau machen.“

4. Chiara, 18, Schülerin:
„Also ich würde mein altes Handy wahrscheinlich gar nicht entsorgen sondern aufbewahren. Aber selbst wenn ich es entsorgen müsste, wäre ich hoffnungslos überfragt, in welchen Müll das muss.“

4. Nele, 15, Schülerin
„Ach du Scheiße. Eh. Ich habe keine Ahnung.“

5. Niklas, 20, Student:
„Gelber Sack und dann gehen leider alle seltenen Erden verloren bzw. es wird  dann wahrscheinlich in der Deponie aussortiert und zum Recycling geschickt.“

6. Charline, 18, Schülerin
„Ich würde meine Eltern fragen oder es verkaufen. Ich denke es wird dann getrennt und wiederverwertet.“


Die Antworten darauf waren doch eher beängstigend. Fast keiner wusste, wie und wohin man sein Altgerät geben sollte. Aber wie sieht es denn nun wirklich aus? Hättet ihr die Frage für euch beantworten können?

Die einfachste und umweltfreundlichste Lösung ist die Weitergabe oder der Weiterverkauf des Handys. Es ist zunächst auch eine sehr häufig gewählte Lösung. Dennoch: irgendwann bleibt nur noch die Entsorgung des Handys als Endlösung.

Gelber Sack, Restmüll, schwarze Tonne? Alles Quatsch. Auf keinen Fall dürfen die Handyteile so entsorgt werden! Sie gehören in einen eigenen Müll, in den Elektroschrott. Meist gibt es in jeder Stadt einen Behälter, in den man seine alten Handys entsorgen kann. Findet man keinen, so sollte man wissen, dass jeder Hersteller seine Altgeräte wieder zurücknehmen muss.

Aber warum kann man sie nicht einfach in den normalen Müll entsorgen? Der Grund dafür sind die Materialien und Bestandteile, aus denen ein Handy besteht. Neben der Technik, die in den Geräten vorhanden sind, bestehen sie zu einem Großteil aus Metallen und Plastik. Diese Metalle sind wertvoll. Doch auch der Aufwand, um sie aus dem Alt-Gerät zu gewinnen, ist sehr groß. Man kommt nämlich nur an die hochwertigen Metalle, wenn man sie bei großer Hitze einschmilzt. Hinzu kommt, dass bei solchen Verbrennungen giftige Dämpfe entstehen können, die gesundheitsschädigend sind. Wichtig ist deshalb darauf zu achten, dass die Handys möglichst im Inland recycelt werden, wo die Schutzmaßnahmen und Richtlinien beherzigt werden. In Entwicklungsländern beispielsweise landet der Elektroschrott auf riesigen Müllkippen und die Anwohner verbrennen die Gegenstände auf eigenen Faust, um an die wertvollen Metalle zu gelangen und diese verkaufen zu können. Sie tragen weder Atemmasken, noch andere Schutzkleidung geschweige denn Schuhe, weshalb sie sich sehr oft an den spitzen Plastikresten schneiden und verletzen.

In Zukunft sollte also jeder darauf achten, wohin man sein Smartphone wirft. Die Folgen einer falschen Entsorgung werden früher oder später auf uns zurückfallen. Was ist denn so schlimm daran, seine Grundeinstellung zu ändern und das Handy länger als ein paar Monate zu behalten. Vielleicht sogar bis es dann von selber nicht mehr funktioniert.

Und dann weiß man ja wo es hingehört...