In Deutschland gibt es 190 Kosmetikhersteller, die keine Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben – 60 davon sind sogar ganz vegan. Aber was genau bedeutet „vegan“ im Zusammenhang mit Kosmetik?

Der vegane Lifestyle rückt als Trend immer mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Aber wirklich vegan zu leben, bedeutet eben nicht nur bei der Ernährung auf alle tierischen Erzeugnisse zu verzichten, sondern in allen Lebensbereichen. Auch in der Modewelt gibt es mittlerweile vegane Alternativen, wie zum Beispiel veganes Leder. Viele Konsumenten wissen jedoch gar nicht, woran sie vegane Kosmetik erkennen können. Denn allein auf Tierversuche zu verzichten, zählt nicht. Hier etwas Klarheit.

Bei der Herstellung wird auf Tierversuche sowie auf tierische Inhaltsstoffe verzichtet – soweit so gut, nichts Neues. Aber schauen wir uns doch die Inhaltsstoffe mal etwas genauer an. Ja, auch Bienenwachs, Honig oder Milch sind tierische Erzeugnisse und haben demnach nichts in veganer Kosmetik zu suchen! Auch wenn viele Bio- oder Naturkosmetikhersteller Konsumenten mit ihren Bezeichnungen in die Irre führen wollen.

Was viele auch nicht wissen: Keratin für Shampoos und Haarkuren wird meist aus zermahlenen Hufen, Federn und Hörnern hergestellt, als Basis für Seife dient Rindertalg und Parfüme enthalten Ambra- und Moschusnoten, die vom Pottwal bzw. Moschushirschen stammen. Also ganz genau hinschauen!

Natürlich können wir nicht bei jedem Einkauf jeden einzelnen Inhaltsstoff prüfen, bei vielen Bezeichnungen weiß ja auch keiner genau was gemeint ist. Zum Glück gibt es mittlerweile Orientierungshilfen: Die Siegel. Es gibt zwei glaubwürdige und etablierte Siegel, die ich euch kurz vorstellen möchte.

Das Vegan-Siegel

Es stammt aus England und wird seit 1944 von der Vegan Society vergeben. Es zeichnet Produkte aus, die keine tierischen Zusätze enthalten und nicht an Tieren getestet wurden. Hiermit habt ihr also absolute Sicherheit.

Das BDIH-Siegel

Es existiert seit 2001 und zeichnet Produkte aus mit ausschließlich pflanzlichen Inhaltsstoffen aus organischem Anbau. Es garantiert den Verzicht auf Tierversuche, Parabene und Silikone. Tierische Produkte wie Honig oder Milch können allerdings enthalten sein, da nur auf Zusätze von toten Tieren verzichtet wird.

In Zukunft wisst ihr jetzt also Bescheid und könnt euch von niemandem mehr hinters Licht führen lassen. Übrigens, wer auf Nummer sicher sichergehen will: wie wär’s mal mit Kosmetik selber machen?

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